Chronik

Zum Anlass des 50jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs wurde bei einer Feuerwehrversammlung am 17. Juli 1898 unter dem damaligen Feuerhauptmann und Postwirt Josef Faistauer die Gründung einer Musikkapelle in Maishofen beschlossen. Die erste Instrumentierung konnte durch Spenden aus der Bevölkerung finanziert werden und bereits am 2. Dezember 1898, dem Tag des Regierungsjubiläums, musizierten 14 Mann unter der Leitung von Bartlmä Berloger am Maishofner Kirchplatz. Die Kapelle spielte den "Achtung - Marsch", den Berloger in mehrere Teile zerlegte und diese dann miteinander kombinierte, so dass gleich mehrere spielbare Stücke zur Verfügung standen. Aber es blieb nicht lange bei einem Stück und schon bald etablierte sich die „Maishofner Feuerwehrmusik“ als angesehener Klangkörper der Maishofner Dorfgemeinschaft und bei diversen Auftritten in den Nachbargemeinden.

Während des 1. Weltkrieges kam die Tätigkeit der Kapelle gänzlich zum Erliegen, da die Musikanten und auch ihr Kapellmeister zum Wehrdienst eingezogen wurden. Berloger komponierte währenddessen an der italienischen Front den bekannten "Salzburger Schützenmarsch". Als 1918 die Musikanten wieder zu Hause eintrafen, versuchte man mit Sepp Preauer als Kapellmeister einen neuen Anfang, doch nach 2 Jahren stellte sich Berloger wieder als musikalischer Leiter zur Verfügung. 1922 trennte sich die Kapelle vom Verband mit der Feuerwehr und gründet einen Musikunterstützungsverein, der die in finanziellen schwierigen Zeiten unterstützte. 1925 wurde die Kapelle mit einer gebrauchten „Brixentaler Tracht“ eingekleidet, welche aus dem damals politisch zerrütteten Südtirol stammte. Dort wurden viele Kapellen aufgelöst, da das Tragen ihrer Trachten verboten wurde. 

So wurden 22 Trachten über Landeck geschmuggelt und nach Maishofen gebracht, vermutlich mit Hilfe einer Bekanntschaft Berlogers aus dem ersten Weltkrieg. 1997 fand man heraus, dass die Tracht von der „Bürgerkapelle Brixen“ stammt, die bis zu diesem Zeitpunkt nichts mehr vom Verbleib ihrer ursprünglichen Bekleidung wusste. Mit stolz tragen die Maishofner heute noch diese Tracht, mit einigen Abänderungen. 1937 trat die Musikkapelle Maishofen dem Landesverband Salzburger Musikkapellen bei. Auch im 2. Weltkrieg war mit Ende 1940 keine Spielfähigkeit mehr gegeben. Da auch die Musikkapelle von Saalbach in ihrer Besetzung nicht mehr spielfähig war, schlossen sich die beiden Kapellen vorübergehend zusammen und rückten unter dem Saalbacher Kapellmeister Peter Höll wieder aus. Nach Ende des Krieges gingen beide Kapellen wieder ihren eigenen Weg. Im März 1951 legte Berloger im verhältnismäßig hohen Alter von 78 Jahren sein Amt als Kapellmeister endgültig zurück. 

Sein Nachfolger war der allseits bekannte Musiker Sepp Weißbacher, der sich stark um die Ausbildung des musikalischen Nachwuchses kümmerte und unter dem es zur Neuinstrumentierung (Umstellung auf Normalstimmung) kommt. Nach knapp 3 Jahren legte Sepp Weißbacher seine Leiterstelle aber wieder zurück, da er unter anderem als Kapellmeisterstellvertreter und aktives Mitglied der Bürgermusik Zell am See stark beansprucht wurde. 

Denn Taktstock übernahm nun Kapellmeisterstellvertreter Bruno Hilzensauer; der 1955 den "Tag der Blasmusik" - das Fahren durch alle Ortsteile mit dem Ersuchen um Spenden - eingeführte. Außerdem wurden in den Sommermonaten erstmals regelmäßig Platzkonzerte abgehalten.1961 wirkt die Musikkapelle im Kinofilm "Mein Vaterhaus steht in den Bergen" mit. 1962 kam es auch zu ersten Treffen mit unserer Partnerkapelle „Bad Friedrichshall“ in Deutschland. Im Mai 1970 trat Bruno Hilzensauer als Kapellmeister zurück und es folgte seine Bestellung zum Ehrenkapellmeister.

Mit Kapellmeister Toni Winkler begann nun eine neue Ära in der Maishofner Musik. Der bestens ausgebildete Musiker und Kapellmeister legte sehr viel Wert auf die Aus- und Weiterbildung der Jugend. Unter ihm wurde mit Christl Streitberger auch die erste Musikantin aufgenommen. Musikalische Höhepunkte waren sehr erfolgreiche Wertungsspiele und Cäciliakonzerte sowie die ersten Rundfunkaufnahmen mit dem ORF Salzburg. Anlässlich des 75jährigen Bestehens der Musikkapelle 1973 wurde bei einem großen Musikfest der neu gebaute Musikpavillon zwischen Volksschule und Gemeindeamt feierlich eingeweiht. Toni Winkler initiierte im Jahr 1983 das erste Konzert einer eigenen „Jugenkapelle“.1985 legte neben Obmann Josef Lenz auch Toni Winkler sein Amt zurück, ihre Nachfolger waren Toni Höller als Kapellmeister und für 5 Jahre Josef Heugenhauser als Obmann. Josef Lenz (+2016) wurde zum Ehrenmitglied gewählt, Toni Winkler zum „Ehrenkapellmeister“.

1986 erfolgte die Einweihung des neuen Musikerheims im Obergeschoß der ehemaligen Dampfsägehalle. Die Errichtung einer eigenen Heimstätte für die Musik war ein lang ersehnter Wunsch, der von den Verantwortlichen energisch verfolgt wurde und schließlich durch die Mithilfe der Gemeinde und vielen Eigenleistungen der Kapelle umgesetzt werden konnte. Die Nutzfläche, bestehend aus einem großen Probenraum, drei weiteren Übungsräumen, einem Aufenthaltsraum und einem Archiv, beträgt über 300 m². 

Mit Toni Höller brach in der Kapelle eine sehr aktive Zeit an, die das Orchester heute noch prägt. Die ersten erfolgreichen Schallplatten und CD Produktionen wurden gemacht. Viele Konzertreisen im In- und Ausland wurden absolviert. Der Kontakt mit unserer Partnerkapelle aus „Bad Friedrichshall“ konnte wiederbelebt werden. In der Hauptschule Maishofen wurde die „Spielmusik“ der Sprengelgemeinden gegründet. Die Einführung des „Jungmusikerseminars auf der Astenschmiede in Rauris“ ist heute noch ein fixer Bandstandteil der Jugendförderung. Erfolgreiche Frühjahrskonzerte, Wertungsspiele und der stetig wachsende Klangkörper zeugten von der ausgezeichneten Arbeit, für die Toni Höller und Gotthard Hörl nach ihrer aktiven Zeit zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Höhepunkt dieser erfolgreichen Zeit war wohl die Feier zum 100-Jahr Jubiläum am Pfingstwochenende 1998. In diesen Jahren wurden auch Heinz Zehle († 2009), Bert Unterkirchner, Pepi Breitfuß († 2011) und Alois Streitberger zu Ehrenmitgliedern ernannt

Gotthard Hörl legte nach 11 Jahren sein Amt zurück und so wurde 2001 mit Josef Schwaiger erstmals ein aktiver Musikant zum Obmann berufen. 2002 wurden die Damen der Kapelle endlich mit der ihnen gebührenden Bekleidung, einer „Brixentaler Tracht“, eingekleidet.

Am 12. März 2005 hat Florian Madleitner MA die musikalische Leitung der TMK übernommen. Florian hat mit 9 Jahren seinen ersten Hornunterricht erhalten und ist seit 1991 aktives Mitglied in der Kapelle. Sein musikalischer Werdegang führte ihn zur Militärmusik Salzburg und schließlich ins Bruckner Konservatorium nach Linz, wo er sein Studium am Horn und in Orchesterleitung mit Auszeichnung abschloss. Musikalische Erfahrung sammelte er im Bruckner Orchester sowie in zahlreichen Auswahlorchestern. Als Hornlehrer ist er am „Musikum“ tätig. Im Jänner 2012 bestellten ihn die 33 Pinzgauer Blasmusikkapellen zum „Bezirkskapellmeister“.

Mit einem großen Musikfest zu Pfingsten 2008 feierte die Trachtenmusikkapelle ihr 110-jähriges Bestehen. Über 1000 Mitwirkende gestalteten bei strahlendem Sonnenschein ein tolles Fest. 2010 wurde ein Tonträger in Form einer CD mit dem Titel „in concert 2010“ produziert. Ab 2014 ist in der Volksschule Maishofen eine „Bläserklasse“ mit 15 Schülern eingerichtet. 2016 startete die 2. Bläserklasse.

Seit einigen Jahren stellt sich die Kapelle immer wieder Konzert- bzw. Marschbewertungen: Bei den Landeskonzertwertungen in St. Johann/Pongau (2006),in Oberalm (2009) und in Zell am See (2014) in der Wertungsstufe C wurden immer sehr gute Bewertungen erreicht. 2011 gelang der Kapelle, bei der Landesmarschwertung in Uttendorf (Stabführung Wilfried Bauer) in der Stufe D die ausgezeichnete Bewertung von 90,17 Punkten, 2015 gelang in der gleichen Stufe als größte Kapelle in Hofgastein die beachtliche Bewertung von 89,64 Punkten. Eine tolle Leistung konnten wir  2017 bei der Landesmarschwertung in St. Martin bei Lofer erzielen. Mit der höchsten Tageswertung aller Teilnehmer von 92,82 Punkten gelang den 64 Musikerinnen und Musikern, wiederum mit Stabführer Wilfried Bauer, in der Stufe D ein "historischer" Erfolg.

Seit August 2016 laufen die Bauarbeiten für das "Haus der Feuerwehr und Vereine", wo ein funktionelles und modernes "Zentrum der Musik" für unsere Proben entsteht. Die offizielle Eröffnung findet am 1. Oktober 2017 statt.

Im Herbst 2016 wurde die TMK mit dem "Salzburger Blasmusikpreis 2016" (Stufe II) ausgezeichnet.

Die Trachtenmusikkapelle Maishofen gab aber nicht nur im eigenen Dorf Konzerte, sondern auch in "weiter Ferne" wie z.B. 1988 und 1990 in Bayern, 1995 bzw. 1998 in Groß St. Florian und Gabersdorf in der Steiermark, 2001, 2007 und 2015 in Brixen (Südtirol) oder 2003 in Stadlpaura (Oö) sowie in den Jahren 1987, 1996, 2002 und 2010 in Bad Friedrichshall/Deutschland. 2012 absolvierte die Trachtenmusikkapelle Auftritte in Stuttgart/Uhlbach. 2013 (Ainet) und 2014 sowie 2016 (Assling) gastierten wir in Osttirol. Eine besondere Ehre kam der Kapelle zu Teil, als sie 2004 am "25. Österreichischen Blasmusikfest" in Wien bei der Marschwertung mit einer „Auszeichnung“ Bewertung teilnahm. Aber es wurden nicht nur musikalische Reisen, sondern auch größere Ausflüge unternommen wie 1990 nach Holland, 1993 nach Istanbul, 1996 an die Côte d'Azur oder 1999 nach Polen sowie 2003 nach Cattolica (Italien). 2006 besuchten wir die „goldene Stadt“ Prag. 2009 reisten 80 Maishofner für vier Tage nach Lignano in Italien. 2012 wurde ein Österreichurlaub im Raum Graz verbracht, 2015 reisten wir nach Slowenien.

Auf die Jugendausbildung wird in der TMK seit Jahrzehnten höchste Priorität gelegt. So wurden seit den 80iger Jahren 164 (Jung-) Musikerleitungsabzeichen in Bronze und 47 in Silber abgelegt. Träger des goldenen Leistungsabzeichens sind 9 Musiker - Stefan Riedlsperger, Toni Winkler jun. (beide nicht mehr aktiv), Johann Ebster, Florian Madleitner, Christoph Schernthaner, Michael Aigner, Christoph Zeller, Roland Kendlbacher und Katharina Schett - als erste Dame.

Stand: Juni 2017